Bei Verkauf Pflicht: der Energieausweis

Was Sie über den Gebäudeenergieausweis wissen sollten

Wände, Fenster, Dach und Heizung nimmt der Energieausweis unter die Lupe. So sollen Interessenten vor dem Kauf in etwa einschätzen können, welche Energiekosten auf sie zukommen. Verkäufer können mit guten Energiewerten punkten.

Er funktioniert wie eine Ampel: Steht der Pfeil auf dem Energieausweis im grünen Bereich, ist der Energieverbrauch vergleichsweise gering. Zeigt er auf Gelb oder Rot gibt es noch viel Verbesserungspotenzial. Der rote Bereich beginnt bei 250 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.

Zur genaueren Einteilung gibt es auf dem Energieausweis die sogenannten Energieeffizienzklassen. Dabei wird von A+ (sehr gute Energieeffizienz) bis H (schlechte Energieeffizienz) eingeteilt. Außerdem stehen weitere Angaben im Energieausweis. Zum Beispiel das Baujahr und die Art der Heizung.

Energieausweis für den Verkauf

Wer braucht einen Energieausweis?

Mittlerweile ist der Gebäudeenergieausweis bei Vermietung und Verkauf für nahezu alle Wohngebäude Pflicht. Wenn Sie Ihre Immobilie selbst bewohnen, brauchen Sie hingegen keinen Energieausweis.

Beim Verkauf müssen Sie Interessenten den Energieausweis vorlegen. Wer keinen Energieausweis besitzt, kann bei Kontrollen hohe Geldstrafen erhalten.

Alle Vorschriften zum Energieausweis sind in der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014  festgelegt.

Verbrauchs- und bedarfsorientierter Energieausweis

Es gibt zwei Arten von Gebäudeenergieausweisen. Der verbrauchsorientierte Energieausweis gibt an, wie viel Energie die Bewohner der Immobilie in den letzten drei Jahren verbraucht haben. Die Angaben im Energieausweis hängen also auch davon ab, wie sparsam die Bewohner in ihrem Energieverbrauch sind.

Der bedarfsorientierte Energieausweis ist umfassender. Er analysiert die Bausubstanz und die Heizung. Auf dieser Basis wird ein Wert errechnet, der unabhängig vom Verhalten der Bewohner ist. So lässt er sich gut mit anderen Immobilien vergleichen.

In der Regel können Sie wählen, ob Sie einen verbrauchs- oder einen bedarfsorientierten Energieausweis beantragen. Eine Ausnahme: Bei energetisch unsanierten Immobilien mit bis zu vier Wohnungen und Bauantrag vor dem 1.11.1977 ist der bedarfsorientierte Energieausweis Pflicht.

Für den verbrauchsorientierten Energieausweis sollten Sie zwischen 30 und etwa 100 Euro einkalkulieren. Der bedarfsorientierte Energieausweis kostet je nach Immobilie zwischen etwa 150 Euro und 1.000 Euro. Beide Energieausweise sind zehn Jahre lang gültig.

Der Energieausweis enthält konkrete Tipps zur energetischen Sanierung. Eventuell lohnt es sich, einfache Maßnahmen noch vor dem Verkauf Ihrer Immobilie umzusetzen.

Energieausweis: Pflichtangaben im Exposé

Die EnEV 2014 legt fest, dass bestimmte Angaben aus dem Energieausweis bereits in der Immobilienanzeige enthalten sein müssen.

  • Aus welchem Baujahr stammt die Immobilie?
  • Liegt ein bedarfs- oder ein verbrauchsorientierter Energieausweis vor?
  • Welchen Endenergiebedarf oder Energieverbrauchswert hat die Immobilie?
  • Welche Effizienzklasse erreicht die Immobilie? Diese Angabe müssen Sie nur machen, wenn Sie einen Energieausweis mit Effizienzklasse haben.
  • Welche Energieträger für die Heizung gibt es im Gebäude? 

Wo können Sie den Energieausweis beantragen?

Den verbrauchsorientierten Energieausweis bekommen Sie bei Ihrem Energieversorger. Den bedarfsorientierten Energieausweis können Sie zum Beispiel bei einem Architekten, Ingenieur oder Heizungsbauer beauftragen. Wenden Sie sich für den bedarfsorientierten Energieausweis am besten an einen Anbieter mit Zusatzausbildung als Energieberater.

Unsere Immobilienmakler beschaffen den Energieausweis gern für Sie.

Mehr Infos
Ihre Sparkasse
Sparkasse ändern Jetzt schlaumachen
Hätten Sie's gewusst

Gebäude haben einen Anteil von 35 % am gesamten Energieverbrauch in Deutschland. Die meiste Energie im Gebäude braucht die Heizung – fast 80 %. Viel Potenzial zum Energiesparen.