Instandhaltungsrücklage berechnen

So kalkulieren Sie die Instandhaltungsrücklage für Ihre Immobilie

Wer eine eigene Immobilie besitzt, sollte regelmäßig Geld für anfallende Reparaturen zurücklegen. Diese Instandhaltungsrücklage gibt Ihnen Sicherheit. Mit welcher Summe planen Sie realistisch?

Wie viel Geld Sie für die Instandhaltung Ihrer Immobilie zurücklegen sollten, hängt von deren Zustand und Alter ab. An einem Neubau sollten in den ersten Jahren keine Reparaturen nötig sein. Dennoch ist es nur eine Frage der Zeit, bis Mängel auftreten.

Wenn Sie dann auf eine Instandhaltungsrücklage zurückgreifen können, lassen sich die Kosten sicher abfangen. Ein geringer monatlicher Betrag, der über einen langen Zeitraum mit einkalkuliert wird, bewahrt Sie vor bösen Überraschungen.

Instandhaltungsrücklage beim eigenen Haus

Die LBS empfiehlt, für das eigene Haus mindestens einen Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und Monat als Instandhaltungsrücklage einzukalkulieren. Bei älteren Häusern sollten Sie mit mindestens zwei Euro pro Quadratmeter rechnen.

Beispiel – Einfamilienhaus mit 200 Quadratmeter Wohnfläche, acht Jahre alt

Instandhaltungsrücklage: 200 Euro/Monat

Legen Sie für Ihre Instandhaltungsrücklage ein separates Konto an. So behalten Sie den Überblick.

Instandhaltungsrücklage bei Wohnungen

Wenn Sie eine Wohnung kaufen, werden Sie Teil der Eigentümergemeinschaft des Hauses. Für Reparaturen am Gemeinschaftseigentum – zum Beispiel an der Heizung und am Dach – kommt diese gemeinsam auf. Dafür zahlt jeder Eigentümer in eine gemeinsame Instandhaltungsrücklage ein. Sie darf nicht für regelmäßig anfallende Kosten – sogenannte Bewirtschaftungskosten – verwendet werden, sondern nur für Reparaturen von Mängeln, die durch Alterung, Abnutzung oder Witterung entstanden sind.

Auf der jährlichen Eigentümerversammlung beschließen die Eigentümer gemeinsam, welcher Betrag im folgenden Jahr in die Instandhaltungsrücklage eingezahlt werden soll. Die Hausverwaltung legt dies auf einen monatlichen Betrag pro Quadratmeter Wohnraum auf die Eigentümer um.

Die monatlichen Einzahlungen in die Instandhaltungsrücklage sollten vor allem bei älteren Häusern nicht zu gering ausfallen. Denn wenn Reparaturkosten nicht über die Instandhaltungsrücklage abgedeckt werden können, müssen sie direkt auf die Eigentümer umgelegt werden. So können auf einmal hohe Kosten entstehen.

Als Richtwert können Sie die Angaben in der „Verordnung über wohnwirtschaftliche Berechnungen nach dem Zweiten Wohnungsbaugesetz“ verwenden. Dort gelten folgende Höchstwerte für die Instandhaltungsrücklage pro Quadratmeter Wohnraum und Jahr:

  • Für Wohnungen, die am Ende des Jahres seit weniger als 22 Jahren bezugsfähig sind, höchstens 7,10 Euro
  • Für Wohnungen, die am Ende des Jahres mindestens seit 22 Jahren bezugsfähig sind, höchstens 9,00 Euro
  • Für Wohnungen, die am Ende des Jahres mindestens seit 32 Jahren bezugsfähig sind, höchstens 11,50 Euro

Für spezielle Situationen sollten die Beträge angepasst werden. Zum Beispiel erhöhen sich die Beträge jeweils um einen Euro, wenn es im Haus einen Aufzug gibt.

Erkundigen Sie sich vor dem Kauf Ihrer Wohnung nach der Höhe der Instandhaltungsrücklage, dem aktuellen Wirtschaftsplan und fälligen monatlichen Einzahlungen. Angaben dazu finden Sie in der Regel auch im Protokoll der letzten Eigentümerversammlung. Fragen Sie unsere Makler danach.

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Hätten Sie's gewusst?

Die Instandhaltungsrücklage selbst können Sie nicht von der Steuer absetzen. Doch wenn Renovierungen anfallen, können Sie die Kosten dafür als Werbungskosten geltend machen.