zum Inhalt springen
Suche
Merkzettel
Ein Mann steht lächelnd in einer modernen, hellen Küche und hält ein Tablet in den Händen. Durch die großen Fenster fällt viel Tageslicht, während er entspannt an der Arbeitsfläche lehnt.
WLAN‑Steuerung, Raumtemperatur und Einsparpotenziale

Smart Heizen: So senken intelligente Thermostate Ihre Heizkosten

Alle Inhalte im Überblick

Das bedeutet smartes Heizen

Die Heizsaison steht wieder vor der Tür oder ist bereits in vollem Gange? Wann immer Sie diesen Artikel lesen: Es geht Ihnen um komfortable und vor allem kosteneffiziente Wärme, ohne ständig am Thermostat drehen zu müssen. Wenn Sie Raumtemperatur und Heizkörperthermostate vernetzen, können Sie sich genau diesen Komfort schaffen: in einem Zuhause, das mitdenkt, statt einfach nur zu heizen. Wir zeigen Ihnen, wie moderne Heiztechnologie funktioniert.

Das Wichtigste in Kürze:
  • Sie machen Ihre Heizung smarter, wenn Sie Thermostate, Steuerung und Raumregelung vernetzen. Das erhöht den Komfort und reduziert den Energieverbrauch.

  •  Staatliche Förderungen unterstützen smarte Heizsysteme und Heizungsmodernisierungen. Stellen Sie Anträge aber unbedingt vor Projektbeginn.

  • Mit intelligenter Steuerung und richtigem Lüften heben Sie Ihr Einsparpotenzial, typischerweise etwa 10 bis 25 Prozent.

Temperatur zum Wohlfühlen: Was bedeutet smartes Heizen?

Unter smartem Heizen ist zu verstehen, dass Ihre Heizanlage, Heizkörper und Thermostate steuerbar sind und auf Ihren Alltag abgestimmt arbeiten. Im Kern geht es darum, Raumtemperaturen gezielter, effizienter und bequemer anzupassen.

Dafür arbeiten elektronische Thermostate, Sensoren, Apps und Steuerzentralen und gegebenenfalls auch Sprachassistenten zusammen. Die Technik hilft dabei, Wärme nur dort bereitzustellen, wo und wann Sie sie wirklich brauchen. Das Ziel ist ein konstant angenehmes Raumklima bei minimiertem Energieeinsatz:

  • Statt dauerhaft auf 22 Grad zu heizen, senkt das System die Temperatur in ungenutzten Räumen zum Beispiel auf 17 Grad und heizt erst bei Bedarf wieder auf.
  • Beim Lüften schaltet sich die Heizung automatisch ab. So vermeiden Sie Energieverlust durch dauerhaft laufende Heizkörper bei geöffnetem Fenster.
  • Bei Anwesenheit erkennt das System, dass es heizen muss. Und wenn Sie das Haus verlassen, fährt es automatisch herunter.

Klassisch vs. smart: So verändert sich das Heizen

Nicht jedes elektronische Bauteil ist gleich schlau. Erst wenn Geräte miteinander verbunden sind und auf aktuelle Informationen wie Temperaturschwankungen oder Luftfeuchtigkeit reagieren können, entsteht ein intelligentes Gesamtsystem. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zur klassischen Heizung sind:

Für wen sich smartes Heizen eignet

Smartes Heizen eignet sich für alle, die:

  • Energie (und damit Kosten) sparen möchten,
  • mehr Komfort im Alltag wünschen,
  • bestehende Heizsysteme aufwerten wollen, etwa in Mietwohnungen, Altbauten oder nach einer Sanierung,
  • neu bauen und von Anfang an auf smarte Technik setzen wollen.

Hinweis: Mit der passenden Lösung lässt sich fast jede Heizungsanlage intelligenter machen, egal ob mit Gas, Öl, Fernwärme, Wärmepumpe oder Strom beheizt wird.

Smarte Heiztechnologien im Vergleich

Wer smart heizen möchte, kann aus vielen Systemen wählen, vom einfachen Heizkörperthermostat mit WLAN bis zur umfassenden Zentralsteuerung. Welche Technik für Sie infrage kommt, hängt davon ab, wie Ihr Zuhause aufgebaut ist und wie viel Komfort Sie sich wünschen.

Damit Sie leichter entscheiden können, stellen wir hier die gängigsten Technologien gegenüber. Sie erfahren, was die jeweiligen Systeme leisten, worauf Sie achten sollten und wie sie sich kombinieren lassen.

Was passt unkompliziert zu welchem Haushalt?

  1. Wohnung oder Mietobjekt

    Smarte Heizkörperthermostate sind ideal, sie lassen sich einfach tauschen, verursachen keine Schäden und können beim Auszug zurückgebaut werden.

  2. Einfamilienhaus mit klassischer Heizung

    Eine Kombination aus smarten Thermostaten, Raumsteuerung und Fensterkontakten schafft hohe Effizienz, ohne großen Umbau.

  3. Modernisierung oder Neubau

    Eine zentrale Heizungssteuerung mit Außensensoren und intelligenter Regelung bietet das größte und langfristigste Sparpotenzial. Hier lohnt sich auch die Einbindung ins gesamte Smart-Home-System.

Tipp: Viele Systeme lassen sich schrittweise erweitern. Sie können mit einem einfachen Thermostat starten und später Sensoren oder eine zentrale Steuerung ergänzen. Wichtig ist, dass die Komponenten zueinander passen, also entweder vom selben Hersteller stammen oder über offene Standards kommunizieren.

Was smarte Heiztechnik konkret verändert
So viel Heizkosten können Sie einsparen

Smarte Heizsysteme sparen Zeit und Nerven, und sie können Kosten senken. Wie groß das Einsparpotenzial ist, hängt vor allem davon ab, wie Ihre Heizung aktuell läuft und wie gut Ihr Zuhause gedämmt ist. Wenn Sie bislang alle Räume gleichmäßig beheizen, liegt in der Umstellung auf ein smartes System ein großer Hebel.

Typische Einsparpotenziale im Überblick

  • Smarte Heizkörperthermostate: 5 bis 10 Prozent Heizkostenersparnis
  • Zeitprogramme für Raumtemperatur: bis zu 15 Prozent, wenn Räume nur bei Bedarf beheizt werden
  • Fenster-offen-Erkennung mit automatischer Absenkung: 5 bis 12 Prozent, je nach Lüftungsverhalten
  • Zentrale Steuerung mit Anwesenheitserkennung: bis zu 20 Prozent, wenn regelmäßig abwesend
  • Kombination mit besserer Dämmung oder Heizungsmodernisierung: 20 bis 35 Prozent oder mehr

Praxisbeispiel für smartes Heizen

Eine Familie in einem freistehenden Einfamilienhaus rüstet smarte Thermostate und Fensterkontakte in allen Räumen nach. Über eine App legen sie Heizzeiten fest, richten Temperaturzonen ein und aktivieren die Fenster-offen-Erkennung. Zusätzlich nutzt die Familie Geofencing (eine Art virtueller Zaun): Das System erkennt über die Smartphones, wenn niemand zu Hause ist, und senkt die Heizung automatisch ab. Ergebnis: Innerhalb eines Winters sinken die Heizkosten um rund 15 Prozent.

Hinweis: Die Höhe der Einsparung hängt stark davon ab, wie bewusst Sie das System nutzen und wie Sie es einstellen. Wer weiterhin alle Räume dauerhaft hochheizt, wird kaum Unterschiede merken. Wer sich jedoch auf die Technik einlässt und Heizgewohnheiten verändert, kann spürbar Energie und Geld sparen.

Rechnen Sie mit mehr Komfort

Wie viel können Sie persönlich gewinnen, wenn Sie Ihr Eigenheim oder Ihre Wohnung intelligenter steuern? Der Wohnkomfortrechner der Sparkasse zeigt Ihnen, welche Maßnahmen sich für Ihr Zuhause lohnen. Jetzt ausprobieren und individuell planen.

Fördermöglichkeiten für smarte Heizungssysteme

Damit Sie Ihr Projekt wirtschaftlicher gestalten können, lohnt ein genauer Blick auf Förderangebote. Beachten Sie, dass Förderprogramme in der Regel nur greifen, wenn die Maßnahme vor Projektbeginn beantragt wird. Eine smarte Steuerung wird zudem oft nur im Rahmen einer Heizungsoptimierung oder Modernisierung gefördert.

Wie Sie Schritt für Schritt vorgehen können

Prüfen Sie Ihre Ausgangssituation: Alter und Zustand Ihrer Heizungsanlage, Dämmung, Steuerung.

Entscheiden Sie, welche smarte Technik Sie einbauen möchten.

Kontaktieren Sie Fachbetriebe oder eine Energieberatung: Dies ist oft Voraussetzung für eine Förderung.

Beantragen Sie die Fördermittel unbedingt vor Beginn der Maßnahme. 

Planen Sie Ihr Budget inklusive Förderanteil und möglichen Finanzierungskosten. Ihre Sparkasse unterstützt Sie gern.

Dokumentieren Sie die Installation und Betriebsdaten. Häufig benötigen Sie diese Nachweise.

Aktuelle Förderkonditionen für smarte Heiztechnik bzw. Heizungsmodernisierung

  • Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet im Rahmen der „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) – Einzelmaßnahmen“ Zuschüsse für Maßnahmen zur Heizungsoptimierung. Dazu zählen beispielsweise der hydraulische Abgleich, der Einbau hocheffizienter Pumpen, und unter bestimmten Bedingungen auch smarte Regelungstechnik.

Hinweis:  Smarte Heizkörperthermostate sind nur dann förderfähig, wenn sie Teil einer umfassenderen Optimierungsmaßnahme sind. Der bloße Austausch einzelner Thermostate reicht in der Regel nicht aus, um einen Zuschuss zu erhalten. Lassen Sie sich im Zweifel von Ihrem Fachbetrieb oder einer Energieberatung bestätigen, ob Ihre geplante Maßnahme als förderfähige Anlagentechnik gilt.

  • Das KfW-Programm „Heizungsförderung für Wohngebäude (458)“ fördert darüber hinaus den Einbau effizienter Wärmeerzeuger, etwa Wärmepumpen oder Biomasseheizungen. Smarte Thermostate oder digitale Steuerungssysteme zählen allerdings nicht zu den förderfähigen Einzelmaßnahmen innerhalb dieses Programms.

Mehr Komfort, weniger Verbrauch: Auch Ihr Zuhause kann schlauer heizen

Smarte Heizsysteme sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem bewussteren Umgang mit Wärme. Wer sich jetzt für moderne Thermostate, Sensoren und eine smarte Steuerung entscheidet, sorgt sofort für ein angenehmeres Raumklima, und langfristig für mehr Klarheit über den eigenen Energieverbrauch. Die Systeme lernen mit, passen sich an, und bringen damit mehr als reine Effizienz: Sie bieten Kontrolle, Komfort und eine Investition in die Zukunft des eigenen Zuhauses.

Smarte Technik mit einer energetischen Sanierung kombinieren?

Sprechen Sie mit Ihrer Sparkasse über Fördermöglichkeiten, Finanzierungslösungen und sinnvolle Investitionsschritte.
Zu meiner Sparkasse
Sie werden zu Ihrer Sparkasse weitergeleitet bzw. können sich ihr zuordnen lassen.

Die wichtigsten Fragen zum smarten Heizen

  1. Smart heizen bedeutet, dass Ihre Heizung automatisch auf Ihre Bedürfnisse reagiert, etwa durch smarte Thermostate, die erkennen, wann Sie zu Hause sind oder ein Fenster geöffnet wurde. Die Technik sorgt für komfortable Temperaturen, ohne dass Sie die gewünschte Heizleistung ständig manuell neu einstellen müssen.

  2. Das hängt von Ihrer aktuellen Anlage ab. Oft reicht es, die Thermostatköpfe an den Heizkörpern durch smarte Modelle zu ersetzen. Zusätzlich können Sie Bewegungs- oder Fenstersensoren ergänzen oder eine zentrale Steuerung installieren. Wenn Sie die Heizung ohnehin modernisieren, lohnt sich der Einbau eines Systems, das bereits ab Werk smart verbunden ist.

  3. Nein, das ist ein verbreiteter Irrtum. Es ist meist effizienter, die Temperatur gezielt abzusenken, wenn Sie nicht zu Hause sind oder bestimmte Räume nicht nutzen. Smarte Systeme machen genau das automatisch, sparen dadurch spürbar Energie und vermeiden so unnötiges Dauerheizen.

  4. Je nach Nutzung und Gebäudezustand lassen sich zwischen 5 und 25 Prozent Heizkosten einsparen. Wenn Sie zusätzlich Fensterkontakte, Zeitprogramme oder zentrale Steuerungen einsetzen, können es sogar mehr sein.

  5. Eine smarte Heizung nutzt Sensoren, Raumthermostate und Steuerungseinheiten, um automatisch die Raumtemperatur zu regeln. Sie erkennt zum Beispiel, ob jemand zu Hause ist oder ein Fenster geöffnet wurde, und passt die Heizleistung entsprechend an. Die Bedienung erfolgt meist per App, zentralem Display an der Wand oder Sprachassistent.

  6. Das ist grundsätzlich möglich, erfordert aber Planung. Strombetriebene Heizungen, etwa Infrarotheizungen oder Wärmepumpen, brauchen passende Leitungen, ausreichende Anschlussleistung und unter Umständen einen Umbau. Auch die laufenden Kosten sollten Sie vergleichen.

  7. Infrarotheizungen können in einzelnen, gut gedämmten Räumen sparsamer sein als klassische Elektroheizungen, weil sie gezielt Flächen erwärmen. Auf große Wohnflächen gerechnet sind beide Systeme jedoch oft weniger effizient als zentrale Heizsysteme mit Gas, Fernwärme oder Wärmepumpe, besonders bei hohen Strompreisen.

  8. Am effektivsten ist es, die Heizung auf eine mittelhohe bis hohe Stufe zu stellen und die Tür zum Raum zu schließen. Unterstützend kann ein Ventilator helfen, die warme Luft schneller zu verteilen. Wenn der Raum regelmäßig auskühlt, sollten Sie prüfen, ob Fenster und Wände gut gedämmt sind.

  9. Wenn die Türen geschlossen sind und keine Frostgefahr besteht, reicht es oft, nur den genutzten Raum zu heizen. Smarte Heizsysteme erlauben genau diese gezielte Steuerung, auch zeitabhängig oder automatisch.

  10. Ja, wenn die intelligente Heizung richtig eingestellt ist und zu Ihrer Wohnsituation passt. Viele Nutzerinnen und Nutzer berichten von spürbar mehr Komfort und niedrigeren Heizkosten. Wichtig ist, dass Sie die smarte Heizungssteuerung regelmäßig prüfen und bei Bedarf anpassen.

  11. Das kommt auf den Einsatzzweck an. In selten genutzten Räumen oder bei sehr guter Dämmung kann eine elektrische Heizung sinnvoll sein. Für dauerhaft genutzte Wohnbereiche sind effizientere Lösungen meist besser, zum Beispiel eine Wärmepumpe oder eine Hybridheizung.

  12. Viele Heizungen können Sie mit smarten Thermostaten nachrüsten, vor allem, wenn es sich um Heizkörper mit Standardventilen handelt. Bei älteren Anlagen kann es aber Einschränkungen geben oder gegebenenfalls ein Austausch ratsam sein. Hier hilft der Fachbetrieb weiter.

  13. Wenn Sie die Technik grundlegend erneuern, also etwa von einer alten Gasheizung auf eine Wärmepumpe umsteigen, gilt das als Modernisierung. Auch wenn Sie eine neue Regelung, einen hydraulischen Abgleich oder eine smarte Steuerung einbauen, zählt das in der Regel dazu.

Redakteur

Tim Seibold

Experte für die Themen Innovation & Digitalisierung und Immobilien

Das könnte Sie auch interessieren

  • Licht, Heizung, Sicherheit: Wie Sie Ihr Zuhause smart nachrüsten

    Die Fußbodenheizung passt sich der Außentemperatur an und beim Verlassen der Wohnung schalten sich alle Geräte in den Energiesparmodus. Auch in einer Mietwohnung lässt sich Smart-Home-Technik nachrüsten.

  • Sie möchten Ihr Zuhause heizen und gleichzeitig Strom erzeugen – mit einer einzigen Anlage? Genau das kann ein Blockheizkraftwerk (BHKW). Die Technik eignet sich nicht nur für große Industrieanlagen, sondern auch für Ein- und Mehrfamilienhäuser. Was Sie vor dem Kauf wissen sollten.

  • In der Diskussion um nachhaltiges Heizen gewinnt die Pelletheizung zunehmend an Bedeutung. Doch wie sinnvoll und grün ist diese Heizoption wirklich? Wir werfen einen Blick auf Effizienz, Kosten und Ökobilanz.

Hinweis: Das Titelbild dieser Seite wurde mithilfe von KI bearbeitet.